Wenn Gerüchte über sexuellen Kindesmissbrauch weit verbreitet sind, ist es wahrscheinlicher, dass Überlebende verstummen.

Um das Schweigen zu brechen und das Risiko von sexuellem Missbrauch zu senken, musst du die Wahrheit über sexuellen Missbrauch kennen. Im Folgenden findest du acht Gerüchte, die wir gemeinsam aus der Welt schaffen müssen:

Gerücht Nr. 1: Sexueller Missbrauch bedeutet immer, dass es körperlichen Kontakt gibt

Der sexuelle Missbrauch kann sich auch auf Handlungen beziehen, die keinen körperlichen Kontakt aufweisen. Die Täter können Kinder Pornografie oder Voyeurismus aussetzen. Dies kann dieselben langfristigen Auswirkungen auf ein Kind haben wie körperlicher sexueller Missbrauch.

Gerücht Nr. 2: Sexueller Missbrauch passiert nur Mädchen und Frauen

Auch wenn der Missbrauch von Jungen nicht so oft diskutiert wird, wird laut Statistiken 1 von 6 Jungen sexuell missbraucht, bevor er 18 Jahre alt ist. Deine Söhne brauchen deinen Schutz, genauso wie deine Töchter ihn brauchen.

Gerücht Nr. 3: Fremde sind die größte Ursache von sexuellem Missbrauch

Oftmals sind die Täter Menschen, mit denen wir regelmäßig Kontakt pflegen. Es wurde berichtet, dass 90 % derjenigen, die missbraucht werden, ihren Missbraucher kannten. 60 % werden von einem vertrauten Familienfreund missbraucht und 30 % von einem Familienmitglied. Obwohl die Gefahr durch Fremde ein Risiko darstellt, ist es keineswegs das größte Risiko.

Gerücht Nr. 4: Sexueller Missbrauch geschieht nur in dunklen Gassen, in Büschen oder Autos.

Sexueller Missbrauch kann (und wird) überall stattfinden, wo sich Kinder aufhalten, einschließlich Schulen, Kirchen, Gemeindezentren, Sportvereine oder zu Hause. Sexueller Missbrauch kann sogar online stattfinden. Deshalb ist es wichtig, immer wachsam zu sein und mit deinen Kindern einen ständigen Dialog über die Risiken von Missbrauch zu führen.

Gerücht Nr. 5: Sexueller Missbrauch wird immer den Behörden gemeldet

Aufgrund der Scham, die mit diesem Thema verbunden ist, werden viele Fälle von sexuellem Missbrauch nicht gemeldet. Weniger als 12% aller Fälle werden den zuständigen Behörden gemeldet. Ein Großteil davon ist darauf zurückzuführen, dass die Täter dem Kind drohen, um ihren Missbrauch zu verheimlichen. Noch viel schlimmer ist, dass Familien es oft unter den Teppich kehren, nachdem sich das Kind ihnen anvertraut hat, was zu weiteren langfristigen Schäden führt.

Gerücht Nr. 6: Sexhandel kommt nicht in deiner Umgebung vor

Menschenhandel findet in jeder Gemeinde statt. LautDoSomething.org werden jedes Jahr zwischen 14.500 und 17.500 Menschen in den USA Opfer von Menschenhandel. Das Durchschnittsalter, in dem ein Kind in den USA in den Sexhandel einsteigt, liegt zwischen 12 und 14 Jahren. Es spielt keine Rolle, wie groß oder klein der Ort ist, indem du lebst; der Menschenhandel findet auch in deiner Region statt.

Gerücht Nr. 7: Überlebende werden immer zu Missbrauchern

Es ist belegt, dass 30% aller Überlebenden sexuellen Kindesmissbrauchs selbst zu Tätern werden. Dieses Risiko wird jedoch deutlich reduziert, wenn der oder die Überlebende Hilfe und Unterstützung erhält. Aus diesem Grund muss das Stigma verschwinden, das dieses wichtige Thema umgibt. Jeder muss sich erheben und Kindern helfen, nach dem Missbrauch die Heilung zu finden, die sie brauchen und verdienen. Es ist möglich, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Gerücht Nr. 8: Der sexuelle Missbrauch wird stattfinden und ich kann nichts dagegen tun

Aufgeklärte und bestärkte Eltern und Erzieher können die Wahrscheinlichkeit von sexuellem Kindesmissbrauch deutlich reduzieren. Wenn du dich darüber informierst, wie du sexuellen Missbrauch vorbeugen, ihn erkennen und auf ihn angemessen reagieren kannst, hast du das nötige Wissen, um deine Kinder oder die Kinder deiner Umgebung zu schützen. Zudem kann ein offener Dialog mit deinen Kindern über gesunde Sexualität dazu beitragen, dass sie sich dir bei diesem sensiblen Thema anvertrauen können.

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