Wir müssen unseren Kindern, besonders unseren Söhnen, beibringen, dass Dominanz und Zwang in Beziehungen, besonders wenn es um Sex geht, NICHT männlich sind.

Viele Menschen richten eine Menge Aufmerksamkeit auf die Rolle der Männlichkeit in unserer Kultur. Ein Schlagwort, das du vielleicht immer wieder hörst, ist „toxische Männlichkeit“. Aber was bedeutet dieser Begriff? Und kann dieses Prinzip in der Art und Weise, wie wir mit unseren Kindern sprechen und sie unterrichten, hilfreich sein?

Es ist wichtig zu verstehen, dass Männlichkeit ein natürlicher, biologischer Teil des Lebens ist. Die Entwicklung von männlichen Qualitäten kann ein positiver und wichtiger Teil der Identität eines Mannes sein, aber es gibt auch potenziell negative Aspekte der Männlichkeit. Toxische Männlichkeit bezieht sich auf die Wertschätzung und Verstärkung dieser negativen Aspekte des Mannseins in dem Maße, dass Männer sich selbst und anderen schaden. Einige dieser Eigenschaften sind das Verdrängen von Emotionen, die soziale Isolation und aggressive Reaktionen in Konfliktsituationen. [1]

Warum spielt Männlichkeit für dich als Elternteil eine Rolle?

SEXUELLE GEWALT

Toxische Männlichkeit kann sich durch sexuelle Gewalt manifestieren. Eine Studie kam zu dem Schluss, dass Männer mit einer eher „traditionellen“ Vorstellung von Männlichkeit mit der Ausübung von sexueller Gewalt in Verbindung gebracht wurden. Die Studie sagt weiter, dass diese Männer oft mit „sexueller Nötigung und Beziehungsgewalt“ verwickelt sind. [2] Männer mit diesen Einstellungen sehen in einer Frau nichts weiter als eine zu beherrschende Sexualpartnerin. Laut einem Bericht der CDC gaben im Jahr 2017 11,3 % der weiblichen US-amerikanischen Highschool-Schülerinnen an, zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein. Außerdem sagten 15,2% der Schülerinnen, dass sie gezwungen wurden, „sexuelle Handlungen“ durchzuführen.

Was du tun kannst:

Du hast die Möglichkeit, dein Kind über Sicherheit und Respekt in Beziehungen zu unterrichten. Wenn du über gesunde Sexualität sprichst, dann sprich nicht nur über die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen und die Funktionsweisen des Geschlechtsverkehrs. Besprich Dinge wie gesunde Intimität und Einverständnis. Wir müssen unseren Kindern, besonders unseren Söhnen, beibringen, dass Dominanz und Zwang in Beziehungen, besonders wenn es um Sex geht, nicht männlich sind. Die Idee der sexuellen Eroberung als maskulin ist eine Botschaft, die leider immer wieder von Gleichaltrigen und den Medien verstärkt wird, also wird es Arbeit brauchen, dieser Botschaft entgegenzuwirken. Da wir uns bei Defend Innocence für die Prävention von sexuellem Missbrauch einsetzten, sprechen wir über mehrere Themen, die dein Kind schützen können. Eines dieser Themen ist, dass du deinem Kind beibringst Beziehungen mit Empathie und Respekt zu begegnen.

SEXUELLER MISSBRAUCH VON JUNGS

Wenn dein Sohn von sexuellen Übergriffen betroffen war, kann es aufgrund der geschlechtsspezifischen Erwartungen schwierig für ihn sein, dies zu offenbaren und die Hilfe zu bekommen, die er braucht. Laut der CDC wird 1 von 6 Jungen vor dem 18. Lebensjahr sexuell missbraucht. Trotz dieser Zahlen können männliche Betroffene von sexuellem Missbrauch zögern, darüber zu sprechen und berichten, was ihnen zugestoßen ist. Studien haben bewiesen, dass Jungen weniger bereit sind, darüber zu erzählen als Mädchen, und pubertierende Jungen sind am wenigsten bereit, es jemandem zu erzählen. [3] Männliche Betroffene von sexuellem Missbrauch beschreiben „Gefühle von Scham und Peinlichkeit, Entmachtung und Entmannung“, und diese Gefühle können ein großes Hindernis sein, jemandem zu erzählen, was passiert ist. [4]

Was du tun kannst:

Jungen müssen verstehen, dass es okay ist, Gefühle zu haben und diese auszudrücken, besonders wenn etwas Traumatisches, wie ein Missbrauch stattgefunden hat. Jungen haben oft mit sozialer Isolation und Einsamkeit zu kämpfen. Wenn es zu sexuellem Missbrauch gekommen ist, können sich diese Gefühle verstärken, wenn ein Überlebender sich nicht offenbart und vor allem, wenn ein Überlebender nach der Offenbarung keine verständnisvolle, urteilsfreie Unterstützung erhält. Vermittle, dass es ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche ist, sich Hilfe zu holen.

Wir alle können Jungen und jungen Männern helfen, ein durchdachtes persönliches Wertesystem zu entwickeln und danach zu leben. Bringe ihnen bei, dass es gut ist, stark und selbstbewusst zu sein, dass Integrität wichtig ist. Aber lehre sie auch, dass Emotionen, Verbindung und gegenseitige Abhängigkeit ein normaler und gesunder Teil des Menschseins sind. Ein enges Verständnis von Männlichkeit, das sich nur auf Macht und Aggression konzentriert, schadet allen. Die vielleicht wichtigste Botschaft, die du vermitteln kannst, ist, dass dein Sohn nicht auf sich allein gestellt ist und er sich an dich wenden kann, wenn er Hilfe und Führung braucht.

Referenzen:
1. Mankowski, E. S., and Smith, R. M. (2016). Men’s mental health and masculinities. In H. S. Friedman (Ed.), Encyclopedia of mental health, 2nd ed., (pp. 66-74). Waltham, MA: Elsevier, p. 71.
2. Santana, M. C., Raj, A., Decker, M. R., La Marche, A., and Silverman, J. G. (2006). Masculine gender roles associated with increased sexual risk and intimate partner violence perpetration among young adult men. Journal of Urban Health, 83(4), 575-585.
3. Hlavka, H. R. (2017). Speaking of stigma and the silence of shame: Young men and sexual victimization. Men and Masculinities, 20(4), 482-505.
4. Hlavka.

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