Klara war in ihrer Mittagspause, als sie eine erschreckende Statistik hörte: Laut einer Studie des Center for Disease Control (CDC) wird in den USA jedes vierte Mädchen und jeder sechste Junge vor dem 18. Lebensjahr sexuell missbraucht.1

Diese Zahlen trafen Klara wie einen Schlag in den Magen. „Wie können wir in einer Welt leben, in der so schreckliche Dinge passieren?“, fragte sie sich. Außerdem fragte sie sich, ob es Möglichkeiten für Eltern gäbe, um ihre Kinder proaktiv gegen Übergriffe zu schützen. Sie fragte sich, ob Kinder in der Lage sein würden, unangemessenes Verhalten von Erwachsenen oder anderen Kindern zu erkennen. Sie fragte sich, ob es mehr Menschen gibt, die Kinder schützen wollen, als solche, die sie verletzen und ausnutzen wollen.

Klara ahnt nicht, dass sie eine dieser Personen sein könnte – eine Beschützerin der Unschuld. Sie selbst hat keine Kinder. Sie ist keine Lehrerin. Sie hat keinen Job, bei dem sie mit Kindern arbeitet. Tatsächlich sieht sie Kinder in ihrem täglichen Leben nicht allzu oft. Wie also kann Klara, die kaum mit Kindern zu tun hat, eine Beschützerin vor sexuellem Kindesmissbrauch sein?

Klara wurde schnell bewusst, dass sie in ihrem Leben durchaus Verbindungen zu Kindern hatte. Sie hatte keine eigenen Kinder, aber sie hatte zwei Nichten und drei Neffen. In ihrem Job arbeitete sie nicht direkt mit Kindern, aber drei ihrer Kollegen waren Eltern. Auch in ihrer Nachbarschaft gab es mehrere Familien mit Kleinkindern. Sie kannte die Eltern ein bisschen und sah ihre Kinder von Zeit zu Zeit in den Höfen der Umgebung beim Spielen.

Klara stellte fest, dass jedes dieser Kinder in ihrem Leben zu einem gewissen Grad gefährdet war. Jedes dieser Kinder, egal wie gesund und glücklich sie erschienen, braucht jemanden, der sie vor sexuellem Kindesmissbrauch beschützt. Diese Entdeckung gab Klara ein gesteigertes Verantwortungsgefühl und ein größeres Bewusstsein für ihre Rolle in der Gemeinschaft.

Wieso es dich interessieren sollte

Auch wenn es den Anschein hat, dass dich das Thema sexueller Kindesmissbrauch nicht persönlich betrifft, so betrifft es doch die Gesellschaft, in der du lebst und wahrscheinlich auch jemanden, den du kennst.

Sexueller Kindesmissbrauch kann langanhaltende Auswirkungen auf die Überlebenden haben, sogar bis ins Erwachsenenalter. Diese negativen Auswirkungen können nicht nur den Überlebenden betreffen, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld, seien es Kinder, Familienmitglieder, Kollegen, Lebensgefährten oder sogar die Beziehung zu dir. Ohne angemessene Hilfe und Heilung kann sich das Trauma bis in die nächste Generation fortsetzen. Täter profitieren weiterhin von der Tendenz der Gesellschaft, ein Auge zuzudrücken. Begriffe wie Respekt, Einverständnis und Grenzen werden oft missverstanden oder nicht richtig thematisiert. Die Rechtssysteme lassen die Betroffenen im Stich, indem sie sich weigern, zuzuhören oder keine angemessenen Maßnahmen zu ergreifen. Letztendlich betrifft sexueller Kindesmissbrauch nicht nur Kinder, die du nie kennenlernst oder die du nie treffen wirst. Er beeinträchtigt die Gesundheit und Stabilität unserer Gesellschaft als Ganzes.

Dennoch hast du die Chance, einen Unterschied zu bewirken. Wie Klara, kann dein Einflussbereich größer sein, als du denkst. Du hast vielleicht noch keine Kinder in deinem Leben, aber du hast trotzdem die Macht, diejenigen zu schützen, die am verwundbarsten sind.

Wie kannst du also helfen?

Vielleicht bist du ein Student oder ein Rentner. Vielleicht bist du eine Tante, ein Onkel, ein Cousin oder ein Geschwisterteil. Oder vielleicht bist du ein Nachbar, Lehrer, Sport-Trainer, ehrenamtlicher Helfer, Gemeindeleiter oder Kirchenmitglied. Unabhängig von deinen Lebensumständen oder deiner Lebensphase bleibt eines gleich: deine Fähigkeit, etwas zu bewirken. Hier sind fünf Möglichkeiten, wie du helfen kannst, die Unschuld zu verteidigen und den sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhindern.

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BEWUSSTSEIN STÄRKEN

Je mehr du weißt, desto mehr Einfluss hast du darauf, das Bewusstsein zu schärfen, Täter zu verhindern oder zu behindern, gefährdete Kinder zu unterstützen, Heilung zu fördern, Verbesserungen im Rechtssystem zu fordern und Überlebende vor erneuter Viktimisierung zu schützen. Du kannst die Initiative ergreifen, indem du dich über Themen wie Warnsignale, Täter-Verhaltensmuster und mögliche Orte, an denen ein Täter zuschlagen wird, informierst. Dies dient nicht dazu, deine Paranoia oder dein Misstrauen zu steigern, sondern deine Intuition zu schärfen. Wenn du besser informiert bist, wirst du wissen, worauf du achten musst, wann ein Kind in Not sein könnte und was du tun kannst, um zu helfen. Wir haben viele lehrreiche Blogbeiträge und Ressourcen, die dir einen guten Start in die Selbstbildung ermöglichen. Um mehr über die langfristigen Auswirkungen von Kindheitstraumata zu erfahren, kannst du unsere Schwesterorganisation, die Younique Foundation oder die Informationsseite der CDC besuchen.

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SEI WACHSAM

Gut informiert zu sein, wird dir helfen, besser wahrzunehmen, was um dich herum vor sich geht. Du kannst auf der Hut sein, wenn du an Familien-Treffen, örtlichen Veranstaltungen, Sport-Events und anderen öffentlichen Aktivitäten teilnimmst, an denen sich Kinder aufhalten. Das bedeutet nicht, dass du ständig darauf aus bist, andere eines verdächtigen Verhaltens zu beschuldigen. Sollten dir jedoch irgendwelche auffälligen Verhaltensweisen auffallen, bist du derjenige, der eingreifen kann. Solltest du etwas sehen, greife ein! Schau nicht weg! Das ist einfacher gesagt als getan. Manchmal ist es angenehmer zu schweigen, selbst wenn wir Zeuge von etwas Schrecklichem werden, und anzunehmen, dass jemand anderes die notwendigen Maßnahmen ergreifen wird. Diese Annahme, bekannt als der Zuschauereffekt, führt dazu, dassniemandetwas unternimmt, egal wie schlimm die Notsituation ist. Es ist wichtig, über diese Mentalität hinauszuwachsen; sei ein Aktivist, nicht ein Zuschauer. Wenn du das Gefühl hast, dass es notwendig ist, nimm die Eltern zur Seite oder wende dich an die zuständigen lokalen Behörden, um dein Anliegen zu äußern.

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VERBREITE DIE BOTSCHAFT

Sei bereit, offen über das Thema sexuellen Missbrauch von Kindern zu sprechen, anstatt es als Tabu zu betrachten. Sobald du dich in deinem Wissen über das Thema sicher fühlst, kannst du auch Präsentationen in deiner Gemeinde über Themen wie gesunde Sexualität, Einverständnis und Missbrauchsprävention abhalten. Es kann beängstigend sein, ein Gespräch über ein so sensibles Thema zu beginnen, besonders mit Menschen, die du nicht sehr gut kennst. Sobald andere sehen, wie gut du dich damit fühlst, einen Dialog zu beginnen, werden sie möglicherweise diesem Beispiel folge und sich ebenfalls engagieren wollen. Sie könnten wichtige Informationen oder Erfahrungen haben, die sie teilen wollen.

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SPENDEN ODER EHRENAMTLICHE ARBEIT

Selbst ein paar Euro können einen großen Unterschied bewirken. Es gibt mehr Möglichkeiten zu spenden als nur einen Mausklick auf unserer Seite. Vielleicht möchtest du an deinem Geburtstag oder an anderen Feiertagen keine Geschenke erhalten, sondern die Leute bitten, dir zu Ehren für diesen Zweck zu spenden. Wenn dich diese Option interessiert, klicke hier, um mehr zu erfahren. Aber vielleicht kaufst du auch lieber Produkte oder veranstaltest lieber eine Spendenaktion in deiner Umgebung, wie z.B. einen 5km-Lauf oder einen Kuchenbasar. Du könntest auch etwas anbieten, das noch wertvoller ist als dein Geld: deine Zeit. Werde ein ehrenamtlicher Helfer in deiner Gemeinde oder online. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten dich zu engagieren, so dass du etwas finden kannst, die zu deiner Persönlichkeit und Erfahrung passt. Du kannst an Kampagnen teilnehmen, Bewusstsein über soziale Medien fördern, Kurse in deiner Gemeinde anbieten und Events veranstalten. Diese Optionen und mehr kannst du hier finden. Diese Optionen und mehr kannst du hier finden.

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SEI EIN POSITIVES BEISPIEL

Kannst du dich an Erwachsene erinnern, die einen positiven Einfluss auf deine Kindheit hatten? Erwachsene, die nicht deine Eltern waren, aber die du bewundert hast und bei denen du dich sicher gefühlt hast? Im Jahr 2018 analysierte ein Forschungsteam den Einfluss von positiven frühen Lebenserfahrungen bei Erwachsenen, die eine schwierige Kindheit durchlebt hatten. In dieser Studie wurden den Teilnehmern eine Reihe von Fragen gestellt, darunter:2

  • Hattest du zu mindestens einen Lehrer, der sich um dich kümmerte?
  • Hattest du gute Nachbarn?
  • Gab es einen Erwachsenen (kein Elternteil/Betreuer), der dich mit Unterstützung oder Ratschlägen betreuen konnte?

Forschungen zufolge haben Kinder mit gesunden Bindungen in ihrer Gemeinschaft – einschließlich positiver erwachsener Einflüsse, die nicht ihre Eltern waren – ein höheres Potenzial, Widerstandsfähigkeit im Angesicht von Herausforderungen zu entwickeln. Als Erwachsener kannst du dieser positive Einfluss für ein Kind in deiner Nähe sein. Wenn du aktuell eine bedeutsame Beziehung zu Kindern hast, ermutige eine offene Kommunikation mit ihnen. Lass sie wissen, dass sie sich dir als vertrauenswürdigem Erwachsenen anvertrauen können und dass du zuhörst, ohne sie zu verurteilen. Dieses Beispiel von Offenheit und Respekt kann sich auch auf Familien und Erzieher ausweiten. Betone durch dein Handeln die Wichtigkeit von Aufklärung und Prävention. Sorge dafür, dass du eine sichere Umgebung schaffst. Setze und respektiere angemessene Grenzen, nicht nur gegenüber Kindern, sondern auch gegenüber Erwachsenen. Wenn du feststellst, dass ein Kind in deinem Leben missbraucht wurde, biete dem Kind und seiner Familie Unterstützung an, wie du kannst.

Jedes Kind, dem du begegnest, hat eine Geschichte, die gehört werden muss. Vielleicht bist du derjenige, der dazu bestimmt ist, sie zu hören.- Bethany Hill, stellvertretende Schulleiterin aus Arkansas, USA

Unabhängig von deinen Lebensumständen oder deiner Lebensphase kannst du ein starker Aktivist sein, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und Familien zu stärken, damit sie lernen, wie man ihn verhindern kann. Durch dein Bewusstsein, deine Wachsamkeit und deine Bereitschaft, über sexuellen Kindesmissbrauch zu sprechen, wird die Welt für die Kinder um dich herum viel sicherer. Du denkst vielleicht, dass du nur eine Person bist, aber manchmal wird der größte Unterschied im Leben eines Kindes durch eine einzelne Person bewirkt. Unterschätze niemals den Einfluss, den du auf eine andere Person hast.

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