Umarmungen an Feiertagen: Ja oder Nein?

Denke an das letzte Mal, als du dir ein neues Handy besorgt hast. Du hast dir genau das Handy ausgesucht, das du haben wolltest. Du warst vorbereitet, als ein Verkäufer auftauchte, um dich davon zu überzeugen, dass du etwas schickeres und teureres Modell brauchst. Er versuchte dich zu überreden, ein Handy zu kaufen, das genug Speicherplatz für jeden Song in der Welt hat, sowie die Fähigkeit, deine Autoschlüssel überall zu finden, und Platz für 10.000 Kontakte hat. Diese tollen Funktionen bekommst du auch mit einem Handy, das nur 200 Euro mehr kostet als das, für das du dich ursprünglich entschieden hattest. Aber brauchst du das alles wirklich? Ist es das zusätzliche Geld wert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also, was sagst du? „Nein danke. Ich möchte das Handy, das ich ausgesucht habe.“

Wir alle wissen, dass es Situationen gibt, in denen es einfach keinen Sinn macht, Ja zu sagen. Im Laufe der Zeit hast du gelernt, dass du die Berechtigung hast, Nein zu sagen und das ist ein wichtiges Prinzip, dass dein Kind ebenso verstehen muss. Sicher, es gibt Situationen, in denen du nicht willst, dass dein Kind Nein sagt – es kann sich nicht weigern, sein Zimmer aufzuräumen. Aber als Elternteil kannst du ihnen helfen, Situationen zu erkennen, in denen sie ein Mitspracherecht haben, damit sie ihre Stimme nutzen und ihrer Intuition vertrauen können. Menschen müssen ihr Einverständnis einholen und sie müssen das Einverständnis von anderen erhalten.

Ein Ort, an dem ein Kind ein Mitspracherecht haben sollte, ist anderen Zuneigung zu erweisen. Hier bei Defend Innocence legen wir großen Wert darauf, dass Kinder entscheiden dürfen, wie und wann und ob sie ihre Zuneigung ausdrücken. Während der Feiertage wird dein Kind mit vielen Familienmitgliedern und Freunden interagieren. Erkläre deinem Kind, dass es selbst entscheiden darf, wie es sich verhält, wenn ihr euch mit anderen trefft. Hier sind vier Personen, die dein Kind nicht während der Feiertage umarmen muss. Wenn dein Kind sie umarmen will, ist das toll. Wenn nicht, solltest du keine große Szene daraus machen. Zwinge dein Kind nicht zum Umarmen. Lass es wissen, dass es die Wahl hat, nein zu sagen, wenn es sich unwohl fühlt, wenn andere eine Umarmung erfordern:

  • BESTE FREUNDE

    Du magst zwar vielleicht aufgeregt sein, deinen besten Freund aus der Schulzeit während der Ferien wiederzusehen, aber auch wenn du viel über ihn gesprochen hast, ist er für dein Kind immer noch ein Fremder. Körperliche Zuneigung zu erzwingen, könnte daher für dein Kind unangenehm sein.

  • DIE FREUNDIN DEINES COUSINS

    Es gibt bestimmt ein paar entfernte Verwandte bei einem deiner Familien-Treffen während der Feiertage. Fragen wie: „Was treibt dieser Cousin schon wieder? Hat er nicht über den Sommer ein Praktikum in München gemacht oder war es doch Stuttgart? Habe ich seine Freundin schon einmal getroffen?“ könnten dir durch den Kopf gehen, doch wenn du dich an viele Details nicht mehr erinnern kannst, kann es gut sein, dass er sich auch nicht mehr an dein Kind erinnert und umgekehrt. Vielleicht ist es eine bessere Wahl, die Umarmung wegzulassen.

  • Oma

    Zugegeben, die gelegentlichen Familienmitglieder, die zum 80. Geburtstag deiner Uroma auftauchen, sind eine Sache, aber was ist mit engen Verwandten? Was wird Oma denken, wenn eines ihrer Enkelkinder sie nicht umarmen möchte? Erkläre deinem Kind, dass es viele Möglichkeiten gibt, seine Zuneigung auszudrücken. Frag Oma, ob sie einen Händedruck oder ein High-Five möchte. Vielleicht findet sie das sogar niedlicher als eine Umarmung.

  • WEIHNACHTSMANN

    Wenn du Weihnachten feierst, kann dies als ein Übergangsritus für Kinder angesehen werden, aber wenn dein Kind die Idee nicht mag, seinen Wunschzettel mit einem Fremden zu teilen, solltest du es nicht dazu drängen. Zumal das Versenden eines Briefes an den Nordpol genauso gut funktioniert.

Eine Umarmung ist nicht nur eine Umarmung

Stärke die Stimme deines Kindes in diesem Jahr und ermutige es, sie zu nutzen. Bringe deinem Kind das Konzept des Einverständnisses bei. Du kannst deinem Kind helfen, ein Gespür für Interaktionen zu entwickeln und ihm helfen, sein Selbstvertrauen zu entwickeln, um seine Vorlieben klar zu kommunizieren. Die Interaktionen mit den Großeltern sind vielleicht nicht so wichtig, aber du hilfst deinem Kind dabei, eine Stimme zu entwickeln, die es in zukünftigen Situationen benutzen kann, die wirklich wichtig sind, wie z.B., wenn jemand, mit dem es ausgeht, versucht, eine Grenze zu überschreiten. Die Aufklärung deines Kindes über sexuelle Gesundheit geschieht über Jahre hinweg in kleinen, aber bedeutungsvollen Interaktionen. Fang jetzt an.

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